Hanns versteht die Kamera nicht als bloßes Werkzeug, sondern als Impulsgeber eines vielschichtigen künstlerischen Prozesses. Sie markiert den Beginn eines Transformationsvorgangs, der in der digitalen Nachbearbeitung seine eigentliche Konsequenz und Radikalität entfaltet. Der Computer wird dabei zur Bühne visueller Dekonstruktion – ein Ort, an dem Fragmente verschoben, überlagert und neu zusammengesetzt werden.
In dieser Praxis entstehen Bildwelten, die die Grenzen zwischen Fotografie, Malerei und digitalem Experiment bewusst verwischen. Hanns bewegt sich in einem Zwischenraum, in dem die Disziplinen ineinandergreifen und sich gegenseitig kommentieren. Seine Arbeiten vermessen neue ästhetische Territorien, in denen die klassische Vorstellung vom Bild – als fixiertes Abbild der Realität – zugunsten eines offenen, prozesshaften Verständnisses aufgehoben wird.
„Ich komme aus der Dreidimensionalität“, sagt der Künstler, „aus der Skulptur, aus der Form im Raum.“ Diesen Raum hat er nicht verlassen, sondern transformiert. Was früher plastische Form war, wird nun zur digitalen Struktur, zum immateriellen Körper aus Licht und Pixel. Die Kamera dient ihm dabei nicht der Dokumentation, sondern als Sensor für Licht, Struktur und Atmosphäre. Das aufgenommene Bild ist Rohmaterial – Ausgangspunkt und Fragment zugleich.
Die eigentliche Arbeit beginnt am Computer. Hier schichtet, überblendet und dekonstruiert Hanns. Er „malt mit Licht“, manipuliert mit Absicht, abstrahiert mit Gefühl. Pixel werden zu Pigment, Oberfläche zu Bedeutung. So entstehen Werke, die weder eindeutig fotografisch noch malerisch sind – vielmehr etwas Drittes, ein hybrider Zustand, eine poetische Unschärfe.
Hanns sucht nicht das Abbild, sondern den Resonanzraum dahinter. Seine Arbeiten eröffnen eine visuelle Sphäre, in der Wahrnehmung und Vorstellung, Oberfläche und Tiefe, Realität und Imagination in ein neues Verhältnis treten.
Ausstellungen Tummelplatz Galerie
Sacré Deux - 16.10.25 - 13.11.25
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