DAS WIENER TIERSCHUTZHAUS - TIERSCHUTZ AUSTRIA
Herbert Koeppel

VERNISSAGE - Do 12.1.2023

ERÖFFNUNGSTAGE
Fr 13.1.2023 - So 15.1.2023

AUSSTELLUNGSDAUER - Do 12.1. - Do 23.2.2023

FINISSAGE - Do 23.2.2023 19:00 Uhr

Herbert Koeppel ist während der Vernissage, der Eröffnungstage und der Finissage in der Ausstellung anwesend.



Das Wiener Tierschutzhaus ist fast allen Österreichern ein Begriff. Nicht nur in den Köpfen der Wiener war das Wiener Tierschutzhaus, dessen Bewohner und die vielen Hände, die das Tierschutzhaus am Laufen halten ein Synonym für den Tierschutz in Österreich.

Der Khleslplatz und auch die Fernsehsendung „Wer will mich…“ ist fixer Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Österreicher. Seit mehr als über zwanzig Jahren befindet sich die Räumlichkeiten nun schon an einem anderem Standort am Rande von Wien - in Vösendorf.

Einer meiner tierischen Mitbewohner, ein Kater war einst im Wiener Tierschutzhaus untergebracht. Lange Zeit hatte ich selbst keinerlei Berührungspunkte mit dem Tierschutzhaus der Wiener. Völlig unerwartet und überraschend hatte sich vor weit mehr als einem Jahrzehnt für mich geändert.

Das Wiener Tierschutzhaus trat mit einem Schlag, als ich Zeuge bei einem Verkehrsunfall mit einem freilaufenden Hund in Wien wurde, wieder in mein Leben. Dieses Tier wurde von einem PKW erfasst und schwer verletzt. Mit völlig überhöhter Geschwindigkeit und halsbrecherischer Fahrt brachte ich dieses arme, verletzte Tier höchstpersönlich in das Wiener Tierschutzhaus am südlichen Stadtrand von Wien. Dort angekommen musste ich nicht viel erklären… Pfleger und Tierarzt kümmerten sich innerhalb von Minuten um den angefahrenen, schwer verletzten Hund. Ich selbst konnte nichts mehr tun und lies dem Tierarzt und den Pflegerinnen ihre beherzte Arbeit tun.

Doch leider war der Hund durch den Zusammenprall mit dem PKW so schwer verletzt, dass nichts mehr als „schmerzlindernde“ Massnahmen für ihn ergriffen werden konnten. Der arme Hund wurde nach eingehender Beratung durch das tierärztliche Team eingeschläfert. Wie bei mir, machte sich bei den routinierten Pflegern und Ärzten Niedergeschlagenheit breit. Nachdem der Schilderung des von mir beobachteten Unfallherganges hinterlies ich noch meine Daten am Empfang und machte mich auf den Weg nach Hause.

Obwohl der Hund trotz aller Bemühungen letztendlich verstorben war, so hatte mich das Tierschutzhaus doch sehr beeindruckt.
Die Hingabe und die Bereitschaft aller Beteiligten sofort und ohne wenn und aber zu helfen, hallte noch einige Zeit bei mir nach.

Einige Zeit später rief mich die Hundehalterin dieses armen Tieres an und erkundigte sich über den Unfall und die Umstände, die zum Tod ihres Hundes geführt hatten. Ein lauter Knall hatte den Hund erschreckt, denn riss er sich los und lief letztendlich mitten in ein fahrendes Auto. Das Telefonat endete für uns beide in gedrückter Stimmung.

Doch dieser Anruf rief mir das Tierschutzhaus wieder ins Bewusstsein. In der nächsten Zeit ging mir die ganze Sache immer wieder durch den Kopf. Irgendwann war die Idee geboren, dass Wiener Tierschutzhaus und seine vielfältigen Insassen photographisch zu porträtieren.

Nachdem die Tierheimleitung zugestimmt hatte, widmete ich mich zwischen 2008 und 2012 dieser Thematik. Aufgrund von persönlichen Veränderungen in den darauffolgenden Jahren, kam die photographische Arbeit an diesem Projekt für einige Jahre zum Stillstand.

Im Jahr 2020, einige Zeit noch bevor die WHO COVID-19 als weltweite Pandemie einstufte, fielen mir diese Aufnahmen wieder in die Hände. Ich wollte meine Arbeit an diesem Projekt abschliessen und nach erneuten Kontakt mit der Tierheimleitung stand der weiteren Photographie im Wiener Tierschutzhaus nichts mehr im Wege. Die weiteren Lockdowns und die damit einhergehenden Einschränkungen in Österreich verzögerten die eigentliche Projektweiterführung dann noch bis in den Sommer 2021 hinein.

Als ich dieses Projekt begann, war ich sehr davon überrascht, dass das Tierschutzhaus viel mehr als nur Haustiere, wie Katzen, Hunde oder andere Kleintiere beherbergte. Eine Vielzahl von Exoten, Nutztieren und auch Wildtieren sind dort immer wieder untergebracht. Mittlerweile wäre ja für den Fortbestand des Tierschutzhauses auch ein neuer Standort dringend notwendig.

Viele Gebäudetrakte sind auf wirtschaftliche Art und Weise nicht mehr zu sanieren. Auch das Grundstück, dass am Gelände der ehemaligen Raffinerie Vösendorf liegt steckt voller problematischer Altlasten. Bei Hitze und starkem Regen wölben sich die Teerblasen unterhalb des Bodens wie riesige Maulwurfshügel und brechen an vielen Stellen wie Lava durch den Boden und bahnen sich ihren Weg über das Gelände. Der Boden unter dem Tierschutzhaus ist bis in beachtliche Tiefe mit den verschiedensten Altlasten kontaminiert.

Die MitarbeiterInnen des Tierschutzhauses Vösendorf, die sich bei ihrer täglichen Arbeit dem Wohle der dort lebendenen Tiere verschrieben haben, brauchen öffentliche Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung. Der Leitgedanke des Tierschutzes, muss weiterhin, so wie bereits in den letzten 175 Jahren am Leben erhalten werden.

Mit den fotografischen Arbeiten aus diesem Projekt ist es mir ein Anliegen, das Tierschutzhaus Vösendorf und dessen Tätigkeiten zum Wohle der Tiere zu unterstützen.

Ein Teil dieser Arbeiten wurden bereits in Wien im Rahmen einer Ausstellung zum 175 jähriges Bestehen des Wiener Tierschutzhaues in Wien gezeigt.

Diese und andere bis dato noch nicht gezeigten photographischen Arbeiten aus diesem Projekt sind ab Do 12.1.2023 in der Tummelplatz Galerie in Linz zu sehen.

Herbert Koeppel, August 2022



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